Thomas Nitsche

Zum Tod von Steve Jobs

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Wie viele meiner Freunde wissen, bin ich ein ‘eingefleischter’ Apple Fan. Warum eigentlich? 1984 als der erste Macintosh herauskam, wollte ich den. Weil er schick war? Nein, sondern weil er endlich ein einfacher Computer war. Ohne die ganzen Kabel, mit einfach zu bedienenden Programmen und mit einem sehr kompakten und formschönen Äußeren. … und die Ergonomie – Macs sind leise bis geräuschlos. Für mich hat der Mac deshalb immer die Gegenwelt zur Windows-Mittelklasse auf der einen Seite und zu den selbstverliebten Nerds auf der anderen repräsentiert.

 

Mit dem Mac konnte ich mich auf das, was ich wollte, konzentrieren. Ich mußte mir nie Gedanken über komplexe Installationsroutinen oder das nächste ‘plattmachen’ meines Rechners machen. Bis heute habe ich niemals ein Systemscript oder ähnlich geschrieben – es bestand auch nie die Notwendigkeit.

 

Was waren die Meilensteine von Apple und Steve Jobs genau, die uns allen das Leben einfacher gemacht haben? Hier eine (unvollständige) Auflistung dessen, was Apple zuerst entwickelt, weiterentwickelt, angestoßen, propagiert und am Markt durchgesetzt hat:

 

Schönes Video in WIRED

 

 

All-In-One Computer – Der erste Macintosh und später der iMac. Beides waren Geräte, die ohne viel Kabel und fast ohne Lüfter auskamen und damit zumindest meinen Büro-Alltag entscheidend verbessert haben. Wer kennt noch die lauten Windowskisten unter dem Schreibtisch?

 

Maus / einfache Maus / einfache Bedienung – Natürlich kam das alles von Xerox Parc, hatte aber dort ein Nischen-Dasein gefristet. Apple hat es zum Standard gemacht.

 

USB – Darüber wurde zu Anfang nur gelacht.

 

AirPort (vulgo WLAN) – Das wissen die wenigsten noch, daß es Apple war, welches die Entwicklung vorangetrieben hat und es 1-2 Jahre vor dem Rest den Anwendern zur Verfügung stellte – Als ich das erste AirPort in unserer Wohnung installiert hatte, konnten die Wenigstens etwas mit ‘WLAN’ oder ‘WiFi’ anfangen.

 

iPod der MP3s rippen konnte – Ich weiß noch genau, wie ich irgendwann im Jahr 2000 einen CD Player kaufen wollte und auf dem Sony Stand auf der ceBit beschieden wurde, daß deren Geräte ‘natürlich’ keine MP3s abspielen würden, sondern nur deren eigenes DRM behaftetes Format – Nun ja, man sieht wo Sony und wo Apple jetzt stehen.

 

WebKit – Auch eine Entwicklung, die zwar nicht von Apple kam, aber von Apple wesentlich weiter entwickelt wurde, Open Source ist und wie selbstverständlich von Google und Co eingesetzt wird – nur hängen diese das wohlweislich nicht an die große Glocke.

 

iPhone mit Touch-Interface – Hier ist wenig dazu zu sagen. Instruktiv sind aber die Bilder über das Aussehen von Android vor und nach der iPhone Vorstellung oder die 1:1 Kopien von Samsung. … und da wundern sich noch manche über die ‘Geheimniskrämerei’ von Apple.

 

Daten-Flatrate – Zusammen mit dem iPhone hat Apple die ersten akzeptablen mobilen Daten-Flatrates durchgesetzt – im Sinn der Kunden und gegen die Carrier. Es wird leichthin vergessen, aber Apple war es, welches das mobile Internet in der uns bekannten und bequemen Form durchgesetzt hat. Hierzu der Spiegel: Seine beste Idee

 

App Store – Als jemand, der seinen Unterhalt mit Software verdient, weiß ich noch, wie es vor Apple war – in den 80er und 90er Jahren. Da haben wir auch schon Software gemacht. Alles wurde kopiert, Dongles (haben auch auf der Entwicklerseite Ärger gemacht) waren umständlich, der Vertrieb hat keinen Spaß gemacht (zumindest mir nicht) und am Schluß hat der Handel noch 40 – 80% Marge genommen und den Rest mußte man dann eintreiben. Frage: Wer weiß eigentlich, wieviel Amazon vor dem AppStore / BookStore von Verlagen und Autoren kassiert hat (70, 80 oder 90%)? Apple mit Steve Jobs war es, die das grundlegend und besser durchdacht geändert haben. Als Software Produzent bekommt man mit dem AppStore einen weltweiten Vertrieb, guten Schutz vor Raubkopien, das Geld zeitnah aufs Konto und zufriedene Kunden. Die müssen nämlich deutlich weniger für gute Software bezahlen (Faktor 10). Wer kennt (noch) die Preise für Microsoft Office auf dem PC und wer hat diese mit dem Preis von Pages oder Keynote auf dem iPad verglichen?

 

iPad – Wieder ein No-Brainer – Man vergleiche Tabletts vor und nach dem iPad.

 

Wenn jetzt manche noch fragen, worin genau die Leistung von Steve Jobs und Apple bestanden bzw. bestehen, so hilft ein Blick in die obige Liste, um nachdenklich zu werden. Und die besondere Leistung von Steve Jobs? Nun, er hat das Denken, welches zu den oben genannten Produkten geführt hat, tief in Apple eingepflanzt. Insofern gehe ich davon aus, daß Apple Apple bleibt.

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